'Waldwandern mit der Heilkraft Natur' an der Suchtklinik Anton Proksch Institut

Im September 2018 hat der Regelbetrieb des Angebots 'Waldwandern mit der Heilkraft Natur' am Anton Proksch Institut - einer der führenden Suchtkliniken Europas - begonnen. Enstanden ist es durch die geknüpften Kontakte in der Vorbereitung auf die Arbeitsgruppe 'Sucht und Wald'. Im Rahmen der Waldwanderungen werden Menschen, die sich in stationärer Behandlung in der Suchtklinik befinden, von mir in die Natur begleitet.
Geplant ist eine wissenschaftliche Begleitung der Aktivitäten und eine enge Zusammenarbeit mit Green Care WALD und mit den in der Suchtklinik arbeitenden Physiotherapeuten und Ärzten. 
https://api.or.at

Im Juni und Juli 2018 hat eine Probephase mit neun Wanderungen stattgefunden. Dieser Einstieg war dazu da, die Menschen, die sich in der Suchtklinik in Behandlung befinden, kennenzulernen und die Angebote auf diese abzustimmen. Die Resonanz war überwiegend sehr positiv, was sich an den hohen Teilnehmerzahlen, den guten Rückmeldungen und daran gezeigt hat, dass das 'Waldwandern' oftmals den betreuenden TherapeutInnen gegenüber wertschätzend erwähnt wurde. 

Ein paar grundlegende Fakten und Rahmenbedingungen: 
• 2 Wanderungen pro Woche: ein 2-stündiges und ein 3-stündiges Angebot. 
• Das Projekt ist an die physiotherapeutische Abteilung des API angegliedert. 
• Die Angebote werden von Stefan Lirsch geleitet mit einer zusätzlichen Begleitperson – voraussichtlich PsychologInnen, die am API ein Praktikum absolvieren, oder in Ausbildung befindliche PhysiotherapeutInnen. 
• Die Anzahl der TeilnehmerInnen soll auf 15 begrenzt werden. 
• Die TeilnehmerInnen/PatientInnen brauchen für eine Teilnahme die Freigabe ihrer betreuenden TherapeutInnen. 
• Die Teilnahme ist freiwillig. 

Das Angebot 'Waldwandern mit der Heilkraft Natur' ist ein Teil des 'Orpheusprogramm' und somit ein Teil des therapeutischen Angebots des Anton Proksch Institut. 
https://api.or.at/Klinikum/Therapie/Orpheusprogramm.aspx

 

Aus dem Infoblatt für TherapeutInnen

Aufenthalte im Wald und in der Natur wirken sich positiv auf unser Gemüt und unser Wohlbefinden aus. Das spüren und erleben nicht nur viele Menschen, dies ist mittlerweile auch durch viele Studien belegt und wird verstärkt von Therapeuten, Pädagogen, u.a. in ihren Arbeitsbereichen genutzt. 
Es wurde unter anderem nachgewiesen, dass sich bei Waldbesuchen die Pulsrate verringert, sich eine Senkung des Blutdrucks einstellt und eine Abnahme des Cortisolspiegels festzustellen ist. Dies sind physische Indikatoren, die auf eine anspannungsreduzierende Wirkung des Aufenthalts im Wald hinweisen. Erforscht sind auch positive Effekte z.B. bei Schlafstörungen, stressbedingten Erkrankungen und Depressionen, (Cervinka et al., 2014, S.69 und S.40) um hier nur einige wenige Beispiele zu nennen. Solche Effekte zu nutzen ist unter Anderem das Ziel dieses Naturangebots.
 

Inhalt / Aktivitäten / Methoden
• Wanderungen 
• Wahrnehmungs- und Sinnesschulung durch Achtsamkeitsübungen
• Wissensvermittlung über den Wald und das Ökosystem, zu Geschichte, Geografie, … 
Als zusätzliche Möglichkeiten u.A.: 
• Kreatives Gestalten mit Naturmaterialien (LandArt)
• Partner-, Koordinations- und Kooperationsübungen
• Essbares in der Natur finden, verkosten und ggf. zubereiten

Die Methoden und Übungen werden niederschwellig aufgebaut, auf die jeweilige Gruppe abgestimmt durchgeführt und eventuell in Reflexionsrunden nachbesprochen.
 

Ausrichtung / Ziele
• Stressabbau und Entspannung einerseits, Aktivierung und Belebung andererseits 
• Vertraut werden mit der Natur - den Wald als Ressource für eigene Bedürfnisse entdecken 
• Gesundheitsförderung (s.o.): 'Frische Waldluft', Bewegung, Motorische Schulung, Muskelaufbau, … 
• Körperbewusstsein steigern durch die Aktivitäten im Freien und mit angeleiteten Übungen 
• Entspannte Atmosphäre für Gespräche
• Natur als Abbild eigener innerer Prozesse, als Projektionsfläche und Reflexionsmöglichkeit 
• Motivation und Durchhaltevermögen entwickeln
• Freude, Genuss und Vergnügen im Freien zu sein